CDU-Nachwuchs: Interview mit Sebastian Fischer MdL, verbraucherschutz- und weinpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag
von: Sebastian Fischer Freitag, den 18. Juni 2010 um 07:56 Uhr
Am 16. Juni 2010 diskutierte der Sächsische Landtag über die Fachregierungserklärung von Sozialstaatsministerin Christine Clauß. Unter dem Motto „Verbraucher kennen - Verbraucher fragen - Verbraucher schützen“ skizzierten CDU-Politiker die Schwerpunkte sächsischer Verbraucherschutzpolitik.
- Herr Fischer, der Schwerpunkt Ihrer Rede lag auf dem Datenschutz. Warum liegt Ihnen dieser Teil des Verbraucherschutzes besonders am Herzen?
Weil das ein Zukunftsthema ist. Schauen Sie sich die moderne Welt an: Man kommuniziert über Facebook, man kauft ein über Amazon, mancher tappt auch in Abonnementfallen im Internet. Ich möchte nicht, dass die gezielte Sammlung von Informationen zum gläsernen Bürger oder Kunden führt. Ich möchte weiter selbst über meine Daten bestimmen.
Wer hier mit „Ich habe nichts zu verbergen…“ argumentiert, liegt falsch – Privatsphäre ist ein Grundrecht.
- Sie haben viele Monate im Ausland verbracht. Welche Erfahrungen haben Sie besonders geprägt?
Das war noch vor dem Sommermärchen 2006. Die Franzosen, Norweger und Schweizer gehen völlig unverkrampft und fröhlich mit dem Thema Stolz auf Heimat, Nation und Tradition um – das hat mich fasziniert. Hier ist der Nationalfeiertag wirklich ein FEIERtag, der von allen begangen wird.
Als Küchenmeister haben mich in Frankreich natürlich die Genusskultur und die Sensibilisierung der Franzosen für gutes Essen und Trinken fasziniert. Auch lässt man sich dort mehr Zeit für Genuss, vor allem von gutem Wein.
Der Blick von außen auf Deutschland hat mich aber auch erkennen lassen, auf welch hohem Niveau wir Deutschen manchmal jammern. Die Nachteile des norwegischen Gesundheitssystems haben mich überrascht, die Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich ist ein nahezu chronisches Problem; beides sind Dinge, die hier in Deutschland oft wesentlich weniger problemlos sind.
Sie sind auch der weinpolitische Sprecher der CDU-Fraktion. Wir ernst nehmen Sie diesen Auftrag?
Ich fühle mich sehr geehrt, mit diesem überaus wichtigen Feld der Politik betraut worden zu sein. Im nächsten Jahr finden die Feiern zu 850 Jahre Sächsischem Wein statt. Schirmherr Dr. Matthias Rößler MdL als mein Vorgänger in diesem Amt sagt es immer wieder: Wein und Weinanbau prägen nicht nur die wunderschöne Landschaft bei uns in der Wiege Sachsen im Landkreis Meißen, der Wein ist auch ein unverzichtbares kulinarisches Aushängeschild Sachsens. An dieser Stelle sei dem geneigten Leser der Genuss eines leicht gekühlten Müller-Thurgau auf der heimischen Terrasse im Sommer nahe gelegt. Spätestens dann wird sich jedem Genießer erschließen, was ich meine.
In der Presse wurde der Generationenwechsel innerhalb der CDU- Fraktion im Sächsischen Landtag des Öfteren thematisiert. Wie erleben Sie das Miteinander der Generationen innerhalb der Fraktion?
Sicher ist die neue Zusammensetzung für einige Kollegen am Anfang eine neue Erfahrung gewesen. Für mich als Neuling natürlich auch. Statt des in der Presse manchmal beschworenen Gegensatzes von Alt und Jung spüre ich vielmehr einen starken und kollegialen Zusammenhalt, denn jeder von uns ist direkt gewählt und vertritt seine heimatliche Wahlkreisregion. Alle Altersgruppen bringen Erfahrungen, jugendliche Energie und Fachkompetenzen ein. Die Mischung macht’s. Das merkt man an Diskussionen, die merklich so noch nie geführt worden sind. Viele erfahrene Kollegen versichern mir, dass Aussprachen jetzt lebhafter und interessanter sind als in der Vergangenheit. Mir persönlich ist darüber hinaus der immer noch bestehende gute Kontakt zu meinem Vorgänger im Amt, Horst Rasch, wirklich wichtig. Er hat Erfahrungen, von denen man besonders als recht junger Abgeordneter profitieren kann.
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