Dokumentation - Fachforum 3
Sachsen Energie-Mix – Woher kommt unser Strom in Zukunft?
Im Koalitionsvertrag verständigte sich die Sächsische Union zusammen mit der FDP im September 2009 auf eine vernunftbetonte Umweltpolitik sowie auf einen ausgewogenen Mix der Energieträger. Auf Grundlage dessen diskutierten neben Frank Kupfer, Sächsischer Minister für Umwelt und Landwirtschaft, Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft über Potentiale der sächsischen Energiepolitik.
„Die sächsische Politik verbindet Klimaschutz-, Energie- und Wirtschaftspolitik. Ziel muss eine sichere, effiziente, finanzierbare und umweltfreundliche Energieversorgung sein“, so Kupfer.
Prof. Dr. Antonio Hurtado, Direktor des Instituts für Energietechnik an der Technischen Universität Dresden, betont, dass ein ganzheitliches Energiekonzept alle verfügbaren Energieträger beinhalten müsse. Auch sei eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Polen und der Tschechischen Republik zielführend.
Einen praxisnahen Energiemix der Zukunft fordert Matthias Block, Geschäftsführer der Stadtwerke Görlitz AG.
Die Stadtwerke Görlitz AG versteht sich hier als Wissensvermittler sowie Impulsgeber und plant zurzeit eine Zukunftswerkstatt für regenerative Energie. Die Zukunftswerkstatt soll gleichermaßen den Schulen, Ausbildern, Handwerkern und Auszubildenden sowie interessierten Kunden offen stehen. Zentrales Anliegen der Stadtwerke Görlitz AG ist es, anschaulich und attraktiv, objektives Wissen zu den Themen Energieeffizienz und alternative Energieerzeugung zu vermitteln. Die Zukunftswerkstatt der Stadtwerke Görlitz soll die Lücke zwischen Lehrbuchwissen und den Anforderungen von heute schließen. U.a. sollen anhand von praktischen Beispielen verschiedener Mini-BHKWs die energetischen Vorteile der Kraft-Wärme-Kopplung dargestellt werden. „Aus der Praxis für die Praxis“ lautet das Motto der Zukunftswerkstatt. Des Weiteren werden die bestehenden Kooperationen mit den regionalen Hochschulen und Instituten intensiviert.
Matthias Boeck, Geschäftsführer der A.S.T. Gruppe betonte außerordentlich die Potentiale von Brennstoffzelle und Thermo-Elektro-Generator: „Die Thermoelektrik, die direkte Erzeugung von Strom aus Abwärme, ist mit der Entwicklung neuer effektiver Materialien zu einem zukünftigen Forschungsschwerpunkt geworden. Im Zusammenhang mit der Brennstoffzelle werden diesen beiden Technologien heute große Zukunftschancen gegeben.“.
Auf erhebliche Energieeinsparpotentiale in sächsischen Unternehmen, Kommunen und privaten Haushalten wies Christian Micksch, Geschäftsführer der Sächsischen Energieagentur GmbH hin. Der effiziente Energieeinsatz sei neben dem sinnvollen Einsatz erneuerbarer Energien, die wesentliche Säule einer nachhaltigen Energieversorgung und nehme zukünftig an Bedeutung zu.
„Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen wird die Energieproduktivität zunehmend zum Indikator für deren Wettbewerbsfähigkeit. Die Vielschichtigkeit von Energieeffizienz spiegelt sich somit in einer ökonomischen, aber auch ökologischen und sozialen Dimension wieder.“ so Christian Micksch.
Den Forderungen von Wissenschaft und Wirtschaft folgt Kupfer grundlegend. Allerdings müsse auch auf die Finanzierbarkeit geachtet werden, so der sächsische Minister für Umwelt und Landwirtschaft.

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