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Dokumentation - Fachforum 5

Kreative Leistungen schützen – Wer braucht das Urheberrecht noch?

Auf der Denkfabrik Sachsen 2010 sprachen im Fachforum „Kreative Leistungen schützen – Wer braucht das Urheberrecht noch?“ Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die Ausgestaltung des zukünftigen Urheberrechts und den Datenschutz. In dem von Alexander Wendt, Magazin Focus, geleiteten Fachforum erlebten die Teilnehmer eine interessante und lebhafte Diskussion.

Dr. Dietrich von Klaeden, Leiter Regierungsbeziehungen bei der Axelspringer AG, deutete an, dass das Internet immer wichtiger für die politische Meinungsbildung werde. „Vor allem für die junge Generation wird es mehr und mehr zur Informationsquelle“, so von Klaeden. Darin sieht er auch eine große Chance für Anbieter von Informationen und Nachrichten, wie Zeitungen und Verlage. So zeigen die steigenden Nutzerzahlen von kostenpflichtigen Angeboten, dass der Markt erst am Anfang stünde. Für ihn werden sich längerfristig Bezahlmodelle im Internet etablieren. Bei dieser rasanten Entwicklung müssen die zukünftigen Bezahlsysteme transparent und einfach gestaltet werden, damit der „Nutzer durch einen Klick das gewünschte Produkt erhält“. Um einer Zensur entgegen zu wirken, setzt Dietrich von Klaeden auf einen fairen Wettbewerb. Für ihn werden die Medien immer mehr Angebote im Internet schaffen, so dass nur durch ein angemessenes Urheberrecht, welches kreative Leistungen gerecht entlohnt, der hohe journalistische Standard erhalten werden kann.

Prof. Dr. Thomas Bürger, Generaldirektor der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden, erwidert, dass für kreative Leistungen neben den kostenpflichtigen Produkten auch Open-Access-Angebote von Bedeutung seien. Nur so könne „Wissen einer großen Zahl Menschen zugänglich gemacht werden.“ Dennoch sollten Produkte mit großer Nachfrage richtig vermarktet werden, denn „der Nutzer ist zunehmend bereit für qualitativ hochwertigen Content zu zahlen“, so Prof. Bürger.

Für den verbraucherschutzpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages, Sebastian Fischer muss das zukünftige Urheberrecht auch auf neue Entwicklungen wie das Bloggen Rücksicht nehmen. Während der Diskussion wird deutlich, dass sich der Nutzer auch neuen Anforderungen im Internet stellen muss. Vor allem „die Medienkompetenz und der verantwortungsvolle Umgang mit den eigenen Daten werden immer wichtiger“, so Sebastian Fischer.

Peter Batt, stellvertretender Abteilungsleiter IT des Bundesministeriums des Innern, sieht in der Gestaltung des zukünftigen Urheberrechts eine große Herausforderung für die Gesellschaft. Gerade „der kreative Geist braucht das Urheberrecht, um selbst zu bestimmen, was mit seiner Arbeit geschieht“, so Batt. Ein Urheberrecht, welches dem zunehmenden Tempo und zunehmender Globalisierung nicht gerecht wird, ist keine Lösung. Für ihn ist „ein angepasstes Urheberrecht der bestmögliche Weg, die Wertschöpfung für die Gesellschaft zu erhöhen.“ Dabei seien Verbote oder auch Sperren nicht der richtige Ansatz, um die Rechte kreativ Tätiger zu sichern. Sinnvoll wäre „ein Bezahlsystem für Inhalte.“

 

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