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Rückblick Forum Frauen: Kompetent, engagiert, weiblich - und erfolgreich!?

Informationen zu dem Forum finden Sie hier.

Zwei Botschaften gibt es nach dem Fachforum den Frauen zu verkünden:

  1. Traut Euch etwas zu und seid selbstbewusst. Jack Nicholson hat nicht Recht: „Frauen brauchen sich nicht zu emanzipieren. So gut wie Männer werden sie eh nicht." (Zitat aus dem Eingangsstatement von Aline Fiedler)
  2. Frauen müssen beides können, wenn sie wollen: Mutter sein und erfolgreich sein! Dafür muss allerdings noch viel getan werden.

Deshalb ist es selbstverständlich, dass auch dieses Frauenforum der Frage nachgegangen ist, wie Frauen erfolgreich sein und in Spitzenpositionen von Wirtschaft und Politik gelangen können.

Unbestritten und eigentlich selbstverständlich ist, dass Frauen gebraucht werden. Wie sehr sie gebraucht werden, zeigen die Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt.

Doch die Zahlen sprechen noch eine andere Sprache:

Im Jahr 2009 waren in Deutschland 72 Prozent der 25- bis 49-jährigen Mütter mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind unter 25 Jahren erwerbstätig. Damit liegt Deutschland bei der Erwerbstätigkeit von Müttern im EU-Vergleich im Mittelfeld. (Statistisches Bundesamt)

Erwerbstätigkeit von Mütter heißt aber in Deutschland: 69 Prozent der erwerbstätigen Mütter, die minderjährige Kinder im Haushalt betreuten, gingen 2008 einer Teilzeittätigkeit nach. Väter dagegen arbeiten deutlich seltener in Teilzeit als Mütter. Im Jahr 2008 übten nur

5 Prozent der erwerbstätigen Väter mit minderjährigen Kindern eine Beschäftigung in Teilzeit aus. (Statistisches Bundesamt)

Dann ist es auch keine Überraschung mehr, dass nur etwa 25 Prozent der Führungskräfte in Sachsen derzeit Frauen sind. Teilzeit ist zwar ein sinnvolles Modell, um Familien- und Erwerbsarbeit zu vereinbaren, aber eben nicht die beste Voraussetzung, um in eine Führungsposition zu gelangen.

Aber nicht nur die hohe Teilzeitquote steht den Frauen im Weg.

Einen grundsätzlichen Umstand darf die Diskussion eben nicht außer Acht lassen: Viele Frauen streben eine Führungsposition gar nicht an. Für sie ist es wichtig, für die Familie da zu sein und Beruf und Familie gut vereinbaren zu können. (Das müssen wir respektieren und die Familienarbeit wertschätzen.)

Frauen müssen selbst die Voraussetzungen für einen Aufstieg schaffen. Auch hier sprechen die Zahlen eine eindeutige Sprache. Nur 20 Prozent der Studentinnen wählen die so genannten MINT-Fächer. 77 Prozent der Frauen wählen die zehn typischsten Frauenberufe. Wenn die meisten Frauen unter sich selbst bleiben, gibt es natürlich nur wenige Frauen in den Männerdomänen.

Die Berufswelt ist männlich geprägt. Frauen denken und kommunizieren aber anders als Männer. Es gibt ihn also, den feinen Unterschied! Aber das soll auch so bleiben.

Das führt wiederum zu der Frage, was ist notwendig, damit es Frauen schaffen können, in Führungspositionen zu gelangen?

Dazu brauchen Frauen eine hervorragende Ausbildung, ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, einen beruflichen Förderer und privaten Unterstützerkreis, Netzwerke, gute Argumente, den Mut auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen und klar zu sagen und einzufordern, was Frau will.

Frauen brauchen auf dem Weg an die Spitze eine Stimmung der Ermutigung und Ermöglichung. Das heißt, dass Frauen manchmal einen kleinen Anstubser und ein wenig Zureden brauchen.

Es bedeutet aber auf der anderen Seite, es muss Strukturen geben, die beides zulassen: Mutter und Führungskraft.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familien muss also verbessert werden und das gilt nicht nur für die Mütter, sondern selbstverständlich auch für die Väter. Das heißt, es muss genügend Betreuungsplätze in Kinderkrippen und in Kindergärten, flexible Arbeitszeitmodelle, die auch eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen sowie ein kinderfreundliche Stimmung in Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung und in der Gesellschaft geben.

Die Unternehmen wollen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Familienzeit halten, natürlich aus ganz egoistischen Motiven. Aber gerade für kleine Unternehmen ist es schwierig, immer die größtmögliche Flexibilität zu garantieren.

Kommen wir zur Ausgangsfrage zurück: Wie können Frauen erfolgreich sein und in Spitzenpositionen von Wirtschaft und Politik gelangen?

Folgende Lösungsansätze hat das Fachforum aufgezeigt:

  • Berufs- und Studienwahl von Frauen positiv beeinflussen – auch Technik macht Spaß!
  • Schon im Kindergarten muss die Begeisterung der Mädchen an Technik und Wissenschaft geweckt werden.
  • Sächsische Universitäten familienfreundlich machen und damit die Möglichkeiten verbessern, dass Kinder während des Studiums geboren werden.
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verbessern.
  • Verlässlichkeit in den Stellen für Frauen ist extrem wichtig, d.h. unbefristete Stellen, aber auch Stellen mit klarem Rahmen und Perspektiven.
  • Mentoring für Frauen – gezielt auf den Aufstieg mit Förderern vorbereiten.
  • Positive Förderung für Universitäten einführen, die Frauen fördern, z.B. für die Anzahl der Professorinnen.
  • Ehrenamt stärken und größere Wertschätzung entgegenbringen.
  • Wandlung von Rollenbildern und -verständnissen. Hier sind auch die Medien gefragt.

und natürlich:

  • Einführung einer Frauenquote als Anschub.

Die Einführung einer Quote wurde von den Referentinnen positiv gesehen. Einig war man sich aber auch: „Die Quote ist eine Krücke, aber notwendig, um Denkanstöße zu geben und eine Wandlungsprozess einzuleiten."

Schluss:

Als positive Entwicklung und gute Nachricht ist es zu werten: Auch bei den Männer hat ein Umdenken stattgefunden Das bewiesen zumindest die Redebeiträge der auch männlichen Zuhörer im Frauenforum: „Frauen müssen beides können – Familie haben und erfolgreich im Beruf sein", „Frauen arbeiten organisierter und erledigen die Dinge straffer", „Frauen gehören ohne Abstriche in Führungspositionen".

Wir danken für die gute Zusammenarbeit:


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