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Rückblick Forum Innovationen: Besser als andere - Innovationen aus Sachsen

Informationen zu dem Forum finden Sie hier.

Die sächsische Wirtschaft befindet sich inmitten des internationalen Wettbewerbs um Talente, Technologien und Marktanteile. Dabei ist allen Beteiligten klar, dass man einen Preiskampf mit Billigproduzenten aus den aufstrebenden Schwellenländern nicht gewinnen kann – und auch nicht muss: Denn wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand wird in der Wissensgesellschaft dauerhaft nur sichern, wer sich durch gezielte Forschung und Entwicklung an die Spitze des technischen und organisatorischen Fortschritts stellen kann.

Da die Innovationsleistungsfähigkeit somit zukünftig zu einem immer wichtigeren Standortfaktor von Regionen werden wird, war das Interesse an der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion des Forums 1 der Denkfabrik 2011 unter dem Titel „Besser als andere - Innovationen aus Sachsen" sehr groß. Mehr als 150 Gäste freuten sich auf die von Herrn Daniel Schleidt, dem leitenden Redakteur des INNOVATIONSMANAGER-Magazins, moderierte Diskussion, bei der sowohl die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Professor Sabine von Schorlemer, Herr Professor Michael Schefczyk von Lehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation an der TU Dresden als auch Herr Professor Dieter Paar, Medizinischer Direktor bei der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und Herr Dr. Andreas Sperl, Geschäftsführer der EADS Elbe Flugzeugwerke GmbH in Dresden, auf dem Podium Platz nahmen.

Die Wichtigkeit des Themas „Innovation" unterstrich Herr Dr. Sperl gleich zu Beginn der Diskussion: „Die Fertigungsprozesse, die wir hier ausführen, können im Grunde genommen nahezu überall in der Welt auch bewältigt werden, zum Teil sogar kostengünstiger. Deshalb sind rein politische oder historische Gründe für den Erhalt eines Standortes nicht ausreichend. Entscheidend ist es, Produkte und Verfahren zu entwickeln, die weltweit konkurrenzfähig sind." Eine ausgezeichnete Forschungslandschaft und die hohen Arbeitsqualität in Sachsen böten hierfür hervorragende Rahmenbedingungen.

Passend dazu zog die Staatsministerin eine positive Bilanz der Entwicklungen in Sachsen in der vergangenen 21 Jahren seit der Deutschen Wiedervereinigung. Mit 15 Hochschulen und 50 außeruniversitären Forschungseinrichtungen verfüge Sachsen über ein sehr großes Forschungspotential und auch die überdurchschnittlichen Investitionen des Freistaates in Forschung und Entwicklung (Platz 5 in Deutschland, Platz 14 in der EU) zeigten positive Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Sachsen. Nachholbedarf gebe es aber vor allem noch auf dem Gebiet des Wissenstransfers zwischen der Wissenschaft und der Wirtschaft. Deshalb sei auch die Übergang der Zuständigkeit für den Bereich Technologiepolitik vom Wirtschafts- ins Wissenschaftsministerium ein richtiger Schritt gewesen, da sich dadurch Hochschulpolitik und Technologieförderpolitik „aus einer Hand" realisieren ließen.

Im Laufe der Diskussion kristallisierte sich als Mittel zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungsinstituten vor allem der temporäre Austausch von Mitarbeitern heraus. Dies biete mehrere Vorteile sowohl für das Unternehmen als auch den Forscher. Zum einen könnten Unternehmen meist ohnehin nicht zur Lösung jedes einzelnen Problems den dafür nötigen Experten fest einstellen. Des Weiteren könnten Unternehmen durch diese Maßnahme möglicherweise erst bisher versteckte Innovationspotentiale bzw. -hemmnisse erkennen. Zum anderen erhält der Forscher dadurch wertvolle Berufserfahrung und Einblicke in die Abläufe in Unternehmen. Die Staatsministerin wies in diesem Zusammenhang auf das Förderprogramm der Staatsregierung hin, bei dem die Anstellung eines so genannten „Innovationsassistenten" in einem Unternehmen durch den Freistaat finanziell unterstützt wird.

Von besonderer Wichtigkeit, so Professor Schefczyk, sei die Unterstützung der klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) im Innovationsprozess. Diese bildeten zwar das Rückgrat der sächsischen Wirtschaft, hätten aber vielfach Probleme oder auch Scheu an die Universitäten und Forschungsinstitute heranzutreten. Eine nachhaltigere, nicht nur projektbezogene, Unterstützung und auch eine explizite Verpflichtung der Hochschule etwa zur Patentverwertungs- und Unternehmensgründungsberatung wären hier wünschenswert. Auch bei diesem Thema verwies Frau Professor von Schorlemer auf das bereits vorhandene Programm der „InnoPrämie" der Sächsischen Staatsregierung. Hierbei werden Innovationsvorhaben der KMU finanziell gefördert um diese zu ermuntern, Forschungs- und Entwicklungsleistungen bei Forschungsinstituten oder auch anderen Unternehmen einzukaufen. Dadurch sollen Innovationspotentiale zunächst identifiziert und der Einstieg in einen dauerhaften Innovationsprozess ermöglicht werden.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Globalisierung besitze das Thema „Innovation" jedoch auch eine gesellschaftliche Komponente. Ohne die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte und die internationale Kooperation von Unternehmen und Forschern kann die Erhaltung und Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft nicht gelingen. Daher brauchen wir in Sachsen eine „Willkommenskultur", so die Ministerin. „Innovation bedeutet auch eine Geisteshaltung der Offenheit und Toleranz. Solche Ereignisse wie in Dresden am 13. Februar sind bei der Suche nach Mitarbeitern im Ausland nicht hilfreich", so Dr. Sperl weiter. Auch die gesellschaftliche Wertschätzung der Leistungen und das Ansehen der Unternehmer gilt es zu steigern, damit auch junge Leute verstärkt ihre berufliche Zukunft im eigenen Unternehmen sehen und den Sprung in die Selbstständigkeit wagen.

Als „Ingenieurschmiede" besitze Sachsen sehr gute Voraussetzungen sich in den nächsten zehn Jahren zu einer der innovativsten Regionen Europas zu entwickeln. Vieles wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits erreicht. „Vergleichbar mit einem Marathon, haben wir die erste Hälfte der Strecke geschafft", so Ministerin von Schorlemer, „aber genau wie bei einem Marathon wird die 2. Hälfte schwieriger." Mit dem Blick auf rückläufige Staatseinnahmen, einen immer härteren globalen Wettbewerb und immer schnellere Innovationszyklen müssen die nötigen Weichen für den Erfolg der Zukunft schon heute gestellt werden. Ein solider Staatshaushalt ohne neue Schulden, eine Schwerpunktsetzung der Staatsregierung in den Bereichen Bildung, Forschung und Entwicklung und eine starke Technologieorientierung der sächsischen Wirtschaft bilden dabei die Grundlage, um das Ziel des Marathon mit der Spitzengruppe erreichen zu können.

Wir danken für die gute Zusammenarbeit:


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