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Rückblick Forum Energie: Sachsen unter Strom - intelligente Energienetze der Zukunft

Informationen zu dem Forum finden Sie hier.

Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist eine sichere und saubere Energieproduktion. Dies wird besonders vor dem Hintergrund der Ereignisse in Japan wieder sehr deutlich. Aus diesem Grund lautete zentrale Frage des Fachforums: Wie bekommen wir unserer Energiesysteme fit für die Zukunft?

Unter der Maßgabe, dass wir unsren Energieverbrauch zukünftig komplett aus erneuerbaren Energie (EE) decken wollen, hat das zur Folge, dass wir uns

  1. mit den veränderten Erzeugungsbedingungen auseinandersetzen müssen und
  2. in einem zweiten Schritt die nötigen Voraussetzungen dafür schaffen.

Erneuerbare Energieerzeugungsanlagen stehen in Deutschland meist an dezentralen Orten und erzeugen Überkapazitäten auf dem Energiemarkt. Weiterhin hat Deutschland nicht genügend Potenzial, um sich autark mit Energie aus EE versorgen zu können. Das hat zur Folge, dass wir über eine neue Energieinfrastruktur nachdenken müssen. So müssen höhere Netzkapazitäten aufgebaut sowie über neue Steuerungs- und Verteilungskonzepte nachgedacht werden. Beides zusammen betrachtet, sprechen wir von intelligenten Netzen, sog. Smart Grids.

Deutschland nimmt beim Ausbau seiner Energieinfrastruktur eine Vorreiterrolle ein. Trotz allem steht man auch hierzulande noch am Anfang der Entwicklung. Besonders deutlich wird dies beim Thema Netzausbau. Um die Kapazitäten aus Offshore Windkraftanlagen in der Nordsee, wie z.B. der Windpark „Alpha Ventus", an die Verbrauer in Süddeutschland zu liefern, braucht es dringend neue Stromleitungen. Bisher läuft der Ausbau, behindert durch lange Genehmigungsverfahren und Anwohnerprotesten, sehr langsam. Bei 3000km neuem Übertragungsnetz werden im Moment pro Jahr nur 20km gebaut. Hier muss ein Umdenken einsetzen, wenn die gesetzten Ziele zum Ausbau der EE erreicht werden sollen. Neue Leitungen werden auch benötigt, um nicht benötigte Überkapazitäten zu leistungsstarken Speichern transportieren und um sie später bei deutlicher höherer Nachfrage abrufen zu können.

Ein weiterer Baustein im Energienetz der Zukunft ist der intelligente Endverbraucher. Er verbraucht (speichert) dann Strom, wenn er am günstigsten ist, also wenn ein Überangebot vorliegt. Zentrales Verbindungselement zwischen Produzent, Netz und Verbraucher sind intelligente Stromzähler sog. Smart Meter. Sie sollen die Verteilung und den Verbrauch von Energie organisieren. Bis jetzt steht der Verbraucher diesen Smart Meters jedoch sehr verhalten gegenüber. Hauptgrund liegt hier vor allem an den hohen Anschaffungskosten bei begrenztem Nutzen. Eine stärker Akzeptanz beim Endverbraucher kann nur erreicht werden, wenn auch ein Mehrwert für ihn geschaffen wird.

So könnte zum Beispiel eine Ampellösung, die anzeigt wann der Strom günstig ist, Bewusstsein für den eigenen Stromverbrauch schaffen und helfen, Kosten zu sparen. Die Verbesserung würde zu mehr Transparenz und letztlich auch Akzeptanz beim Verbraucher führen. Skeptisch sind Aussagen zu betrachten, bei denen den Endverbrauchern neue Nutzungsgewohnheiten vorgeschrieben werden sollen – Stichwort intelligente Waschmaschine.

Eine weitere Herausforderung die sich durch den Einsatz der Smart Meter-Technologie bewältigt werden muss, ergibt sich aus der Verschmelzung zwischen Informations- und Kommunikationssystemen mit dem des Energiesystems. Die Datensicherheit wird somit zur zentrale Frage der Energiewirtschaft. Wobei Datensicherheit hier nicht nur Verbraucherschutz ist sondern eben auch Zivilschutz bedeutet, da die Energieversorgung Deutschlands gefährdet sein könnte. Aus diesem Grund beschäftigt sich die Bundesregierung im Moment sehr intensiv mit diesem Thema.

Es ist festzustellen, dass Smart Grids bzw. Smart Meter ohne Verlust an Lebensqualität für den Verbraucher eingeführt werden sollten. Die Entwicklung dieser neuen Systeme sollte dem Markt überlassen werden, da der marktwirtschaftliche Weg der effizienteste ist und den Vorteil brächte, alle Marktteilnehmer in den Prozess einzubinden. Zudem würden mögliche vorzeitige Regelungen nur Belastungen mit sich bringen. Die öffentliche Hand sollte diesen Prozess aktiv moderieren und wenn nötig technische Normen legalisieren.

EE werden in naher Zukunft nicht alle bisherigen Formen fossiler Energieerzeugung gleichwertig substituieren. Erstes Ziel sollte es deshalb sein, Energie zu sparen. Denn Energie, die nicht verbraucht wird, braucht nicht produziert zu werden - den anderen Teil übernehmen Smart Grids.

Wir danken für die gute Zusammenarbeit:


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