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Dokumentation

Impressionen der Denkfabrik Energiepolitik vom 26.06.2007:

 

Stanislaw Tillich MdL: Konkrete Taten statt Luftschlösser

Sächsischer Umweltminister stellt auf dem Energieforum der CDU Sachsen sein energiepolitisches Konzept vor

 

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"Wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz, der dem Klimaschutz Rechnung trägt, der aber vor allem die sichere und nachhaltig durch die Gesellschaft finanzierbare Energieversorgung ermöglicht. Das heißt im Umkehrschluss, dass wir es uns jetzt und auch mittelfristig nicht leisten können, auf das derzeitige Rückgrat unserer Energieversorgung - die Braunkohle - zu verzichten. Die CDU ist eine Partei, die keine Luftschlösser baut, sondern handelt", so Umwelt und Landeswirtschaftsminister Stanislaw Tillich MdL vor 350 Gästen auf dem Energieforum der CDU Sachsen am Dienstag (26. Juni) im Dresdner Hygienemuseum. Die Diskussion um die energiepolitische Zukunft wird zu einseitig über den - allerdings sehr bedeutsamen - Klimawandel geführt. Andere Auswirkungen wie beispielsweise die Kosten für Verbraucher und Unternehmen würden dagegen ausgeblendet.

Dokumentation_Energiepolitik_1Mehr Energieeffizienz und kluges Energiesparen seien der schnellste und wirkungsvollste Weg, um ehrgeizige Klimaschutzziele und das Bedürfnis der Bevölkerung nach Energiesicherheit miteinander in Einklang zu bringen. "Bei der Frage nach seiner energiepolitischen Zukunft hat Deutschland auch eine hohe Verpflichtung. Es hilft nicht, aus allem auszusteigen, wenn am Ende die Frage offen bleibt, wie der Strom aus der Steckdose kommt. Deutschland und Sachsen müssen in Zukunft noch ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort bleiben dürfen", appellierte Tillich. In der Forderung, den Produktionsstandort Deutschland künftig mit energiepolitisch sinnvollen Rahmenbedingungen auszustatten, war sich der Minister in der Podiumsdiskussion mit Vertretern der sächsischen und deutschen Energiewirtschaft einig. Nur so könne verhindert werden, dass energieintensive Prozesse ins Ausland verlagert würden.

Im Rahmen eines sinnvollen Energiemixes sprach sich der sächsische Umweltminister außerdem für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien aus. "Erneuerbare Energien reichen aber allein für eine sichere, bezahlbare und umweltfreundliche Energieversorgung nicht aus." In den nächsten Jahren werde dafür die Kernenergie noch nötig sein.

Die Energiediskussion, so Tillich, müsse aber noch umfassender geführt werden, so beispielsweise im Verkehrsbereich "Spätestens in 100 Jahren versiegen Öl und Gas. Und es gibt noch keinen Ansatz für die Zeit danach", betonte der Minister.

Dokumentation_Energiepolitik_2Mit einem Plädoyer für Elektrofahrzeuge appellierte Tillich an die Innovationskraft sächsischer Ingenieure: "Benzinmotoren erreichen bei durchschnittlicher Betriebsweise im Ortsverkehr einen Wirkungsgrad von 5 Prozent, Dieselmotoren modernster Bauart von 30 Prozent. Das kann nicht das Ende der Ingenieurskunst sein! Ein Elektromotor wandelt hingegen Strom in mechanische Energie mit einem Wirkungsgrad von über 90 Prozent um. Worauf warten Sie noch, meine sehr geehrten Damen und Herren Ingenieure? Überlassen Sie das Feld nicht den Japanern, die mit der Hybridtechnik eine Vorreiterrolle einnehmen, die wir in Deutschland verschlafen haben! Ziehen Sie nach; entwickeln Sie ein Familienauto mit Elektromotor, das auf die Hybridtechnik verzichten kann"!

Das in Dresden abgehaltene Energieforum ist Teil der durch die Sächsische Union initiierten Reihe "Denkfabrik_Sachsen", einem offenen Forum für Zukunftsfragen im Freistaat. Die Diskussionsveranstaltung stand unter dem Motto "Sichere Energieversorgung auch in 20 Jahren". Das durch die Sächsische Union unterbreitete Angebot, einen offenen Dialog über die energiepolitischen Herausforderungen der Zukunft zu führen, stieß auf große Resonanz. Mehr als 350 angemeldete Gäste nutzten die Chance, mit Vertretern der sächsischen und deutschen Energiewirtschaft und der Politik ins Gespräch zu kommen.

 

Dresden, 27. Juni 2007 / Wagner

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