Begrüßung
Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde der Sächsischen Union,
ein herzliches Willkommen zur 2. Internet-Night im Dresdner Flughafen. Es ist noch nicht selbstverständlich, dass sich eine politische Partei dieses Themas annimmt. Aber ich freue mich, dass wir damit offensichtlich eine Marktlücke getroffen haben. Das Interesse ist über alle Maßen groß und die Zahl der Voranmeldungen zeigt, dass großes Interesse für das Thema da ist.
Informationstechnologien und Neue Medien sind in aller Munde. Die Entwicklung darin ist so rasant, dass ein regelmäßiger Austausch wichtig ist. Vieles, was vor einigen Jahren noch als gegeben angesehen wurde, stellt sich heute völlig neu dar. Ich habe das erste Mal während meiner Universitätszeit mit Computern zu tun gehabt. Kein Vergleich zu den heutigen Geräten und deren Leistungsfähigkeit. Die technische Entwicklung verwundert aber sicherlich nicht nur mich, sondern dürfte auch für Fachleute immer wieder spannend sein. Deswegen soll die heutige Veranstaltung auch zweierlei Dingen genüge tun – Wissen und Erfahrungen für Laien und Fachleute vermitteln.
Erlauben Sie mir einen kleinen Rückblick: Im Jahr 2000 wurde DSL erstmalig als Breitbandtechnik flächendeckend eingeführt. Die damit möglichen Übertragungsgeschwindigkeiten waren für den Privatmann zunächst schwerlich vorstellbar. Und vielfach ist er auch daran gescheitert, dass die Endleitungen bis zu den Hausleitungen noch nicht fähig waren, den neuen Standard zu bedienen. Heute, noch nicht einmal fünf Jahre später, ist dieser Übertragungsweg eine Selbstverständlichkeit und niemand ist bereit, langsame Geschwindigkeiten zu akzeptieren.
Ein anderes Beispiel: Früher kam nur der Strom aus der Steckdose. Auf Raten meiner Söhne habe ich jetzt eine Powerline-Communication im Haus aufgebaut. Der Computer wird über die Steckdose nicht nur mit Strom versorgt, sondern auch mit Daten. Die Zeiten der blockierten Telefonleitung sind damit vorbei. Auch Wireless-LAN oder UMTS waren vor einigen Jahren noch unvorstellbar – zumindest für den Laien und Privatanwender.
Daran wird deutlich, wie groß und breit die Anwendungsfelder geworden sind und wie sich diese Technik in der Bevölkerung selber verbreitet. Es ist eben nicht mehr eine Technik für Freaks und Fans, sondern in einigen Jahren wird all das selbstverständlich sein. Wir senden binnen Sekunden Daten rund um den Globus, für deren Übertragung die Menschen noch vor wenigen Jahren Stunden, Tage oder gar Wochen brauchte.
Es geht nicht nur wesentlich schneller, es geht auch vielfach wesentlich billiger. Früher haben wir über die teuren Telefontarife geschimpft. Heute telefoniere ich übers Internet für kleines Geld. Die Kommunikation ist wesentlich billiger geworden. Dinge, die früher zu teuer und damit Luxus waren, sind jetzt erschwinglich. Gerade in wirtschaftlichen Zusammenhängen ist das eine bedeutsame Entwicklung.
Die neuen Impulse durch die Kommunikationsmedien lassen sich nicht nur durch die niedrigeren Kosten erklären. Wir haben auch ganz neue Möglichkeiten der Koordination. Damit bieten sich allerdings auch ganz andere Möglichkeiten, Produktion und Entwicklung weltweit über den Globus zu verteilen. Damit ergeben sich ganz andere Konkurrenzsituationen, auf die man sich einstellen muss.
Da ist Deutschland besonders in der Pflicht. Wenn wir weiter unseren hohen Lebensstandard beibehalten wollen und wenn wir weiter so hohe Löhne zahlen wollen, dann müssen wir uns die neuen Technologien zunutze machen und ganz vorn dabei sein. Dabei geht es nicht nur um Mobilfunk und Internet. Deutsche Firmen weisen, das macht mich besonders froh, eine positive Bilanz bei der Patentstatistik im IuK-Bereich auf. Das zeigt, dass es immer noch einen Wissensvorsprung deutscher Ingenieure gibt, der für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes wichtig sind.
Aber wir wissen auch, dass dieser Vorsprung immer wieder neu verteidigt werden muss. Binnen eines halben, dreiviertel oder gar eines Jahres haben wir wieder ganz neue Situationen. Wenn wir da nicht in der Lage sind, neue Technik und neue Lösungen anzubieten, dann sind wir weg. Das altbekannte Sprichwort „Wer rastet, der rostet“ stimmt auch hier.
In Deutschland wurde in den letzten Jahren im IT-Bereich eine ganze Menge erfunden. Aber nicht immer ist es gelungen, die entsprechende Wertschöpfung aus der Erfindung und der Innovation in Deutschland zu halten. Ich nenne als Beispiele das Fax-Gerät, die LCD-Monitore und vor allen Dingen die MP3-Technik. All das ist in Deutschland erfunden worden. Aber die Wertschöpfung ist nicht in Deutschland geblieben, weil wir nicht in der Lage waren, unsere Ideen schnell genug in Produkte umzusetzen.
Wir bilden auch zu wenig junge Leute aus, die sich in diesem Bereich beruflich engagieren. Mir wäre es lieb, wenn man sich in unseren Schulen noch mehr damit beschäftigt und darauf hinwirkt, dass mehr Facharbeiter im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich ausgebildet. Es muss uns gelingen, die Ingenieurzahlen in Sachsen wieder zu erhöhen.
Wir wissen alle, dass nach der Wende die Zahl der Studenten in den Ingenieurwissenschaften drastisch zurückging. Dies sicherlich auch deshalb, weil es ein hartes und forderndes Studienfach ist. Andere Fächer schienen da einfacher. Aber allein mit den weichen Fächern werden wir den Wohlstand in Deutschland nicht halten können. Deswegen brauchen wir Ingenieure. Insbesondere in den Bereichen, die direkt oder indirekt etwas mit IT zu tun haben.
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